Wohngebäude Dragonerareal | Berlin

Fuß- und Radwegebrücke für die Landesgartenschau 2026

Projekt wechseln

Projektdaten
 

  • Bauherrschaft WBGA-Wohnungsbau-Genossenschaft "Altmark" eG
  • Architektur undjurekbrüggen, AFEA
  • Daten BGF: 4.040 m²
  • Leistungsumfang TWP Lph 1-3, Lph. 4-6 für Teilbaumaßnahmen, Rückbauplanung
  • Planungszeit seit 01/2024
  • Bauzeit seit 03/2026 (Rückbau)

 

Google Maps
Einfamilienhaus-Haus in Stendal

Projektpartner
undjurekbrüggen

afea

WBGA-Wohnungsbau-Genossenschaft "Altmark" eG

Einfamlienhaus-Haus: Umbau eines DDR-Typenbaus in Stendal

In Stendal wird ein leerstehender Plattenbau der Serie WBS 70 in eine neue Wohntypologie transformiert. Das Projekt „Einfamilienhaus-Haus“ verbindet die räumlichen Qualitäten des Einfamilienhauses mit den Potenzialen des industriellen Wohnungsbaus und entwickelt daraus ein neues Modell für nachhaltiges Wohnen im Bestand.

Ausgangspunkt ist ein fünfgeschossiger Wohnriegel aus DDR-Zeiten, der ursprünglich für die Unterbringung von Arbeitskräften des nie fertiggestellten Kernkraftwerks geplant wurde. Wie viele Plattenbauten in Ostdeutschland stand auch dieses Gebäude teilweise leer und sollte langfristig rückgebaut werden. Statt Abriss setzt das Projekt auf Weiterbauen und Umnutzen.

Durch einen gezielten, selektiven Rückbau entstehen großzügige Terrassen, vertikale Straßen und neue Maisonette-Wohnungen mit privaten Außenräumen. Aus ehemals 80 Wohnungen werden 30 unterschiedliche Wohneinheiten mit doppelgeschossigen Räumen, Dachgärten und vorgelagerten Freiflächen. Die bestehende Struktur des Gebäudes bleibt dabei weitgehend erhalten und wird konstruktiv weitergedacht.

Die besondere Herausforderung lag in der Tragwerksplanung des WBS-70-Systems. Die Gebäude besitzen nahezu keine Lastreserven; sämtliche Eingriffe mussten daher präzise innerhalb der konstruktiven Logik des Bestands erfolgen. Rückgebaute Deckenelemente werden zur Verstärkung der neuen Terrassenflächen wiederverwendet und dienen somit zur Aufnahme zusätzlicher Begrünungslasten.

Die Längsaussteifung des Gebäudes wird durch neue Ortbetonwandscheiben in den ehemaligen Treppenhäusern ergänzt. Ringbalken stabilisieren die freigestellten Wandscheiben in den Bereichen der doppelgeschossigen Räume und leiten die Lasten kontrolliert in die bestehenden Tragstrukturen ab. Große Öffnungen zu den Terrassen werden über die vorhandene Bewehrungsführung und zusätzliche Stützen konstruktiv gesichert.

Die Umnutzung zeigt exemplarisch, wie industrielle Wohnbauten weiterentwickelt und mit neuen Wohnformen kombiniert werden können. Das Projekt versteht den Bestand als Ressource – sowohl konstruktiv als auch ökologisch – und entwickelt daraus eine dichte, grüne und langfristig nutzbare Wohnstruktur bei gleichzeitiger Weiterverwendung des bestehenden infrastrukturellen Umfeldes.

Ähnliche Projekte