Smart Recycling Factory | Hille

Neubau eines Kompetenz- u. Innovationszentrums für Recycling und Kreislaufwirtschaft

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Projektdaten
 

  • Bauherr Entsorgungswirtschaft Minden-Lübbecke AöR (EMiL)
  • Architekt kleyer, koblitz, letzel, freivogel Gesellschaft von Architekten GmbH
  • BGF 2.336m²
  • Leistungsumfang TWP LPh. 3-6, Bauphysik Lph. 3-5, Simulation Sommerlicher Wärmeschutz, Bau- und Raumakustik
  • Planungszeit seit 05/2025
  • Bauzeit ab 08/2026

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Smart Recycling Factory in Hille

Projektpartner

kleyer, koblitz, letzel, freivogel Gesellschaft von Architekten GmbH

bbz Landschaftsarchitekten

Marko Augustat + Partner

THIRD – Architectural Visualisation

 

Smart Recycling Factory Pohlsche Heide

Am aktiven Deponiestandort Pohlsche Heide entsteht mit der „Smart Recycling Factory“ (SRF) ein zukunftsweisendes Ressourcenzentrum für Forschung, Innovation und Wissenstransfer entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Circular Economy. Als Science-to-Business-Center verknüpft das Projekt interdisziplinäre Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung und überführt neue Erkenntnisse direkt in die praktische Anwendung. Der Neubau fungiert dabei selbst als Reallabor für kreislaufgerechtes Bauen, digitale Planungs- und Forschungsinstrumente und innovative Material- und Konstruktionsansätze.

Das Transferzentrum (FORUM) bildet einen räumlichen und kommunikativen Mittelpunkt. Als Gelenk zwischen Theorie und Praxis verbindet es das Innovations- und Kompetenzzentrum und die Forschungshalle (RE-MAKE-SPACE 1 + 2) und öffnet sich über ein überdachtes Außenfoyer zum Metamorphosengarten und zur Forschungshalle.

Die architektonische Idee der Großform wird durch ein integrales Tragwerkskonzept aus Holz getragen. Das überwiegend hölzerne Tragwerk ist als modularer, rückbaubarer Experimentalbau konzipiert und folgt dem Leitgedanken „Vom Wald auf die Baustelle“. Für das Dach kommen weit gespannende System-Furnierschichtholz-Rippendeckenelemente zum Einsatz, die Spannweiten bis zu 14,10 m ermöglichen. Die Dachelemente bilden eine schubsteife Scheibe und sind Teil der horizontalen Aussteifung des Gebäudes. Um großflächige Stützenfreiheit zu erzielen, werden lokal Sammelträgerpaare aus Brettschichtholz angeordnet, die über die  Deckenkonstruktionsebene hinaus gehen.

Weiterer Lastabtrag und Aussteifung erfolgen über Randbalken aus Brettschichtholz in Kombination mit regelmäßig angeordneten, V-förmig geneigten Holzstützen aus lokal geerntetem Rundholz. Diese prägen nicht nur die Konstruktion, sondern auch den architektonischen Ausdruck des Gebäudes. Die Stützen sind so ausgebildet, dass sie demontier- und austauschbar bleiben und die Lasten überwiegend über Druckkontakt-anschlüsse in das Tragwerk eingeleitet werden.

Struktur ermöglicht einen einfachen Brandschutz, hohe Flexibilität und eine langfristige Umnutzbarkeit. Die Gründung erfolgt in Anbetracht des geringsten Materialaufwandes mit Streifenfundamenten. Für den Fußboden ist ein nahezu vollständig recyclefähiger Aufbau aus Gussasphalt über einer Asphalttragschicht vorgesehen. Materialwahl, Konstruktion und Ausbau folgen den Prinzipien der Zirkularität: sortenreine, recyclingfähige Baustoffe, mechanische Verbindungen, modulare Innenausbauten sowie eine Gebäudehülle aus Holz, Glas und recycelten Fassadenmaterialien. Photovoltaik, Gründach und Geothermie tragen zur energetischen Autarkie bei.

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