Service-, Transformations- und Innovationsgebäudes Campus Schwedt/Oder
Am Zentralen Omnibusbahnhof in Schwedt/Oder wurde ein Service- und Transformationsgebäude als Auftakt für den neuen Innovationscampus entwickelt. Gemeinsam mit einem weitspannenden Dachtragwerk für den Busbahnhof entsteht ein prägnantes Ensemble, das als öffentlich zugänglicher Ort für Austausch, Veranstaltungen und neue Arbeitsformen dient.
Der Baukörper folgt einem klar strukturierten Ansatz: Ein außenliegendes Stahlskelett bildet die primäre Tragstruktur und prägt zugleich die architektonische Erscheinung. Durch die in den Obergeschossen zurückspringenden Fassaden entstehen vorgelagerte Laubengänge und Terrassen, die als Erschließungs- und Aufenthaltsbereiche sowie als außenliegende Fluchtwege genutzt werden. Im Inneren organisiert ein zentraler Kern die vertikale Erschließung und bündelt die haustechnischen Funktionen.
Das Tragwerk ist als viergeschossiger Skelettbau aus Stahlstützen und -trägern mit Brettsperrholzdecken konzipiert. Die Decken spannen einachsig zwischen den Hauptträgern, wirken als horizontale Scheiben und leiten die Lasten in vertikale Fachwerkverbände, die im Kern konzentriert und ergänzend über den Grundriss verteilt angeordnet sind. Von dort werden die Kräfte in die Fundamente abgetragen.
Durch die Rücksprünge der Fassaden entstehen in den unteren Geschossen Abfangsituationen, die über Stahlträger aufgenommen werden. Das außenliegende Tragwerk der Laubengänge und Terrassen ist konstruktiv vom Haupttragwerk getrennt, wodurch Zwängungen reduziert und Wärmebrücken begrenzt werden.
Die Gründung erfolgt über Streifenfundamente auf tragfähigem Baugrund. Unterhalb der Bodenplatte ist ein Sprinklertank angeordnet. Der Fußbodenaufbau im Erdgeschoss wird als lastverteilender Schichtenaufbau mit Schaumglasschotter und Asphalt ausgebildet und kann bereits während der Bauphase als Montageebene genutzt werden.
Die Konstruktion ist auf einen späteren Rückbau ausgerichtet. Geschraubte Verbindungen im Stahlbau sowie mechanisch gefügte Holzbauteile ermöglichen eine Trennung der Materialien und deren Wiederverwendung. Ergänzt wird dies durch eine vorgefertigte, demontierbare Fassadenkonstruktion.
