Umbau und Sanierung eines ehemaligen Bankgebäudes zum Zentrum für Demokratie und Vielfalt
In der Hanauer Innenstadt wird ein ehemaliges Bankgebäude zum neuen Zentrum für Demokratie und Vielfalt umgebaut. Das Gebäude wurde in den 1920er Jahren als Wohnhaus errichtet. Später wurde es für die Sparkasse umgenutzt mehrfach umgebaut und erweitert.
Die heutige Gebäudestruktur umfasst unter anderem Bauteile aus den Jahren 1953 und 1963. Beim Umbau blieben bestehende Tragstrukturen erhalten, gleichzeitig mussten neue räumliche Verbindungen zu ermöglicht werden. Hierfür wurden Bestandsdecken und -wände auf ihre Tragfähigkeit geprüft, Öffnungen angepasst und zusätzliche tragende Bauteile hinzugefügt. Im Flurbereich verkürzt eine neue Mauerwerkswand die Spannweiten der Bestandsdecken und unterstützt auf diese Weise den Lastabtrag.
Eine Besonderheit ist die Neuordnung des Eingangsbereichs. Für den neuen Hauptzugang wurden Teile der straßenseitigen Außenwand und bestehende Stützen zurückgebaut. Darüberliegende Geschosse werden nun über einen Stahlträger des Typs HEM 360 mit einer Spannweite von rund 6,8 m abgefangen. Zwei seitlich angeordnete Stahlbetonstützen leiten die Lasten in die darunterliegende Konstruktion und weiter in die Gründung ab. Die bauzeitliche Sicherung und die kontrollierte Übergabe der Bestandslasten an das neue Tragsystem sind dabei wesentliche Bestandteile des konstruktiven Konzepts.
Auch die Hoffassade wird neu organisiert. Bestehende Stützen entfallen zugunsten eines offenen Hofbereichs. Die Lasten aus der Fassade und den darüberliegenden Bauteilen werden über neue Stahlträger des Typs HEB 700 aufgenommen und über Stahlbetonstützen bis in die Gründung weitergeleitet. Da die vorhandenen Fundamente die zusätzlichen Lasten nicht überall aufnehmen konnten, wurden örtlich Unterfangungen und Nachgründungen erforderlich.
Im Innenhof entsteht eine neue Dachkonstruktion aus Stahlverbundträgern und einer 12 cm starken Stahlbetonplatte. Die Träger überspannen rund 9,5 m; das Dach wird als Terrasse genutzt und teilweise extensiv begrünt. Darunter liegt der „Raum der Stille“; seine Dachkonstruktion wird aus biegesteifen Stahlrahmen gebildet.
Das bestehende Satteldach des Hauptgebäudes wurde durch ein Flachdach mit extensiver Begrünung und einer Photovoltaikanlage ersetzt. Die neue Dachkonstruktion übernimmt zugleich Aufgaben bei der horizontalen Aussteifung des Gebäudes.
Ein neuer Aufzug und ein ergänztes Treppenhaus aus Ortbetonwänden und -decken verbessern die vertikale Erschließung. Der Aufzugskern bildet zusammen mit dem Treppenhaus einen zusätzlichen Aussteifungskern.
